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BLOG vom: 16.04.2026

Bitterstoffe sind wahre Gesundheitsbooster

Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim

 

Bitterstoffe sind sekundäre Pflanzenstoffe, die lange Zeit von unserem Speiseplan fast vollständig verschwunden waren. Viele der Pflanzen wurden durch Züchtung „entschärft“. Zum Glück gibt es heutzutage wegen ihrer gesundheitlichen Wirkung ein Umdenken. Die Bitterstoffe sind nämlich wahre Gesundheitsbooster. Sie regen den Appetit und die Verdauung an. Sie können nicht nur Blähungen und Völlegefühl lindern, sondern auch den Heisshunger auf Süsses stoppen. Kurz gesagt, sie sind eine Wohltat für Magen und Darm.

Kaum noch Bitterstoffe in Salaten
Manche Gemüse und Salate sind von Natur aus mit Bitterstoffen versehen. Die Pflanzen benötigen diese Stoffe zur Abwehr von Frassfeinden.

Früher verzehrte man viele Portionen bitterstoffhaltige Salate, Gemüse und Wildpflanzen. Heute ist es leider so, dass Gemüse und Salate kaum noch Bitterstoffe enthalten. Durch Züchtungen wurden diese erheblich reduziert. Das ist schade, zumal Gesundes fast vollständig entfernt wurde. Die Verbraucher bevorzugen heute milde Salate (Chicorée, Endivie, Rucola, Radiccio). Dazu die Gartenbauwissenschaftlerin Dr. Christine Volm: „Wir haben wertvolle gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe gegen Gaumenschmeichelei getauscht.“

So wirksam ist Bitteres
Anregung der Verdauung: Kaum verspüren wir Bitteres auf der Zunge, fließt der Speichel. Aber nicht nur das. Bald darauf werden die Produktion von Magensäure, der Gallenfluss aus der Leber und die Produktion von Bauchspeicheldrüsensaft angeregt. Die Bitterstoffe regen auch die Darmbewegungen an. Die Bitterkräuter sind deshalb eine Wohltat für Magen und Darm. Sie haben sich bei einer Vielzahl von Verdauungsstörungen bewährt.

Bitterstoffe eignen sich auch bei Leber- und Gallenblasenleiden. Eine Heilung ist zwar nicht möglich, aber eine Linderung. Wichtig ist, dass man bei diesen Leiden eine Therapeutin oder Therapeuten aufsucht.

Kuren mit Heilpflanzen sind sehr zu empfehlen. „Schicken Sie Ihre Organe in die Kur“, sagt die Gründerin der Freiburger Heilpflanzenschule Ursel Bühring in ihrem Buch „Kuren für Körper und Seele“ „Für jede Jahreszeit gibt es spezielle Heilpflanzenkuren. Jeder kann sich das Passende heraussuchen und die Organe pflegen“, so die Heilpflanzenexpertin.

Erhöhte Aufnahme von Vitaminen und Eisen: Da die Bitterstoffe auch eine Wirkung auf die Magenschleimhaut haben, wird die Bildung des Intrinsic-Factors (= eine Eiweiß-Zuckerverbindung) verbessert. Dieser Faktor ist für die Aufnahme von Vitamin B12 im Dünndarmabschnitt wichtig. Die Bitterstoffe verbessern im Darm die Aufnahme von Eisen und der fettlöslichen Vitaminen A, D, E und K.

Bitterkräuter entsäuern: Da die Bitterkräuter mehr basische Stoffe liefern, kommt es zu einer Wiederherstellung des Säure-Basen-Gleichgewichts.

Stärkung des Immunsystems: Da die Bitterstoffe für eine gute Verdauung sorgen und die Darmflora gesund erhalten, wird auch das Immunsystem aktiviert und stabilisiert.

Weitere Wirkungen: Bitterstoffe, mit einer Darmsanierung und Ernährungsoptimierung verbunden, können bestimme Hautkrankheiten zum Verschwinden bringen, funktionelle Herz-Kreislaufbeschwerden und Fettstoffwechselstörungen günstig beeinflussen und sogar depressive Verstimmungen mildern. Mit Bitterstoffen kann man auch die Vitalität steigern. Bitterstoffe können auch die Lust auf Süsses dämpfen. Das ist gut so, denn dadurch sind wir nicht mehr der überzuckerten Industrienahrung zugetan und essen vielleicht mehr Vollkornprodukte, Obst und Gemüse.

Was können wir tun?
Was können wir tun, um mehr Bitteres zu geniessen? Meine Empfehlung: Bringen Sie mehr Wildsalate oder Wildgemüse öfters auf den Tisch. Verwenden Sie die Wildpflanzen immer frisch, da das längere Lagern und Erhitzen den Bitterstoffen schaden.
Auch sollten wir öfters bittere Heilpflanzen in Form von Tees, Tinkturen und Heilpflanzensäfte bei Verdauungsproblemen oder Appetitmangel konsumieren. Die besten Bitterkräuter sind Löwenzahn, Artischocke, Wermut, Mariendistel, Enzian, Tausendgüldenkraut. Aus dem Leserkreis höre ich immer wieder, dass sie bei Beschwerden bitterstoffhaltige Pflanzen (Löwenzahn, Artischocke, Wermut) in Form von Heilpflanzensäften verwenden. Die Anwendungen kann ich aus persönlicher Erfahrung bestätigen. Viele Therapeuten empfehlen die Heilpflanzensäfte und sind voll des Lobes.

Warum Heilpflanzensäfte?
Warum werden naturreine Heilpflanzensäfte (z.B. von Schoenenberger) empfohlen? Entscheidend ist, dass der Gesamtkomplex von Wirk- und Inhaltsstoffen, also alle bioaktiven Stoffe in ihrer natürlichen Harmonie (man spricht vom gesamten Wirkstoffring der frischen Pflanze), im jeweiligen Saft unverdünnt und in konzentrierter Form und seiner natürlichen Zusammensetzung enthalten ist. Die Presssäfte zeichnen sich durch eine ganzheitliche Qualität, synergistische Wirkungsweise, besonders gute Aufnahmefähigkeit und gute Verträglichkeit und Sicherheit aus. Die natürlichen Heilpflanzensäfte enthalten keinen Alkohol, keine Konservierungsstoffe und keinen Zuckerzusatz. Jeder Frischpflanzensaft unterliegt der ständigen Kontrolle eines Labors, das mit den modernsten Analysengeräten ausgestattet ist

Walther Schoenenberger (1901-1982) hat zwei bemerkenswerte Grundsätze, die auch heute noch Gültigkeit haben, ermittelt. Sie lauten: „Lasst das Natürliche so natürlich wie möglich“ und „Die Heilkonzentration, welche die Natur geschaffen hat, ist in unverbildeter Form nur in der frischen Pflanze enthalten.“ 

 


Artischocke
 
 


Artischocke
 

Einige Bitterstoffpflanzen

Artischocke
Die Artischocke ist eine traditionelle Heilpflanze, deren Wirkungen durch moderne Forschungsmethoden bestätigt wurde. Gerade in Zeiten der Völlerei, wie dies an den Festtagen der Fall ist, hilft der Heilpflanzensaft Artischocke sehr gut gegen die meist sich zeigenden Verdauungsbeschwerden. Immer wieder höre ich von Anwendern, die den Saft vor und nach den Mahlzeiten einnehmen und dann solche Tage ohne Probleme überstehen.

Darreichungsform: Heilpflanzensaft, Tinktur, Extrakt.
Gegenanzeigen: Artischockenzubereitungen dürfen nicht bei Verschluss der Gallenwege, bei Gallensteinen und bei einer bekannten Überempfindlichkeit auf Artischocken oder Korbblütler gegeben werden.

 


Löwenzahn
 

Löwenzahn
Die Heilpflanze wurde bei den arabischen Ärzten des Mittelalters als stoffwechselanregendes Diuretikum sehr geschätzt. Früher verwandten die Frauen Wurzelwasser zur Schönheitspflege und zur Beseitigung von Sommersprossen.

Der Presssaft aus frischem Löwenzahnkraut mit Wurzeln ist ein pflanzliches Arzneimittel bei leichten Magen-Darm-Beschwerden und zur Durchspülung unterstützend bei leichten Beschwerden im Rahmen von entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege aufgrund langjähriger Anwendung. Die frischen Blätter eignen sich sehr gut als Salat zur Frühjahrskur.

Darreichungsformen: Heilpflanzensaft, Tee, Tinktur.
Gegenanzeigen: Entzündung oder Verschluss der Gallenwege, Darmverschluss.

 


Wermut
 

Wermut
„Ist einer grün wie ein Laubfrosch, mager wie eine Pappel, nimmt täglich ab an Gewicht und Humor und wirft keinen Schatten mehr, der probiere es mit einem Teelöffel voll Wermuttee alle zwei Stunden“, meinte humorvoll Kräuterpfarrer Johannes Künzle. Auch Sebastian Kneipp war voll des Lobes über den Wermut. Er verordnete den Tee bei Magen- und Leberleiden.

Der Presssaft aus frischem Wermutkraut kommt bei Appetitlosigkeit und bei leichten Magen-Darm-Beschwerden (gastrointestinalen Beschwerden) zur Anwendung.

Darreichungsformen: Heilpflanzensaft, Tee, Tinktur.
Gegenanzeigen: Magen- und Darmgeschwüre. In der Schwangerschaft darf der Wermut nicht angewandt werden.

 

Weitere Blogs
Heilpflanzensäfte: Frische Kraft aus der Natur seit 90 Jahren:
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Schoenenbergers Erfolge mit seiner Frischpflanzentherapie:
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Pflanzensaftwerk Schoenenberger: Für die Zukunft gerüstet:
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Internet
www.schoenenberger.com
www.deine-gesundheitswelt.de

 

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