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BLOG vom: 2022-11-27

Genussvolle Plätzchen sind immer beliebt

Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim

 


Plätzchenvriationen meiner Schwester
 

Alle Jahre wieder kommt die Advents- und Weihnachtszeit. Dann werden die Ausstechformen aus den hintersten Schubladen herausgekramt, neue Rezepte studiert und altbewährte Plätzchenrezepte in Erinnerung gerufen. Aber auch in den Zeitschriften, Zeitungen und sogar im Radio wird man an die Zeit des Plätzchenbackens gnadenlos erinnert. Wir lassen uns nicht verrückt machen. Ich backe das ganze Jahr über Plätzchen und diverse Kuchen. Das kommt bei den genussfreudigen Verwandten und Bekannten gut an. „Backe doch einmal Zimtsterne“, hörte ich kürzlich. Da ich diese noch nie gebacken hatte, wagte ich mich an eine Rezeptur. Mich schreckte früher immer der dicke Zuckerguss ab. Oft ist es so, dass der Zuckeranteil in den Rezepten viel zu hoch ist. Aus diesem Grunde reduziere ich den Zuckeranteil und verwende oft den Vollrohrzucker.
Mein Backversuch scheint gut angekommen zu sein, da nach der Verkostung mehrere Bekannte das Rezept haben wollen.

Auch meine Schwester Ursula ist ein Plätzchenfan. So backte sie kürzlich 13 verschiedene Plätzchen, die sie dann in 2 Schmuckmetalldosen aufbewahrte. Sie erfreut dann Verwandte, Nachbarn und Freundinnen mit diesen Köstlichkeiten.

 


Zimtsterne
 

Zimtsterne

Zutaten:
200 g Blütenzarte Haferflocken (Kölln),
100 g Weizenmehl (Type 405),
80 – 100 g Vollrohrzucker,
100 g gemahlene Mandeln,
250 g Butter oder Margarine (Delireform),
4 g Zimt (Ceylon-Zimt),
1 Ei,
geriebene Schale einer halben Zitrone.
Für den Guss: 1 Eiweiss, 1-2 EL Zitronensaft, 200 g Puderzucker (gut vermischen).

Zubereitung:
50 g der Blütenzarten Haferflocken in einer Pfanne leicht erhitzen, wieder abkühlen und mit den übrigen Zutaten verkneten. Der Teig sollte im Kühlschrank gut auskühlen, bevor er ausgerollt wird. Sollte der Teig zu weich sein, dann etwas Mehl hineinmischen. Zimtsterne nach dem Ausrollen ausstechen und auf ein mit Backpapier ausgelegtem Backblech legen.

Backzeit:
10 Minuten bei 180°C im vorgeheizten Backofen.
Die abgekühlten Zimtsterne dick mit Zuckerglasur bestreichen.

Quelle: Kölln: „Aus Grossmutters Backbuch“ (obiges Rezept variiert).

 


Haferflocken-Nsssgebäck (Foto Elisabeth Faber)
 

Haferflocken-Nussgebäck

Elisabeth Faber sandte mir das folgende Rezept. Die schöne Weihnachtsdecke hat die Mutter ihres Mannes gestrickt (s. Foto).

Zutaten:
125 g Butter,
100 g Zucker,
1 Vanillezucker,
1 Ei,
100g geriebene Nüsse,
150 g Haferflocken,
50 g Mehl,
1 Teelöffel Backpulver.

Zubereitung:
Die Zutaten der Reihe nach verrühren. Kleine Kugeln formen, nicht zu dicht auf ein Blech (mit Backtrennpapier) setzen.

Backzeit:
10 - 12 Min. bei 180-200 Grad Umluft

Anhang: Diese Episode erwähnte ich schon in meinem Blog vom 28.11.2010 (Plätzchenbäckerei: Rezepte nicht nur für die Weihnachtszeiten“).

In meiner Jugendzeit war es so, dass meine Mutter schon 2 oder 3 Wochen vor Weihnachten leckere Plätzchen auf Vorrat buk. Dann zog immer ein unvergleichlicher Duft durch die Küche und die diversen Wohnräume. Ab und zu durften wir beim Ausstechen helfen. Unsere Mutter deponierte dann die gebackenen Köstlichkeiten in Blechdosen, die sie dann im Schrank versteckte. Meine Schwester und ich wollten schon vor Weihnachten von den Plätzchen naschen, suchten und fanden dann auch die Dosen. Vorsichtig öffneten wir diese und entnahmen das eine oder andere Plätzchen. Dann wurden die Dosen wieder genauso wie vorher an dieselbe Stelle gerückt. Unsere Mutter bemerkte natürlich, dass hier Plätzchendiebe am Werk gewesen waren. Sie sah jedoch in ihrer Güte darüber hinweg. Einmal erwischte ich sie beim Naschen. Da dachte ich mir, wenn sie nascht, dann können auch wir dasselbe doch auch tun.

Zusatz: Als ich die Geschichte vom Plätzchenklau meiner Nachbarin erzählte, kam ihr diese bekannt vor. Auch ihre Mutter versteckte in einem Schrank im Schlafzimmer die Köstlichkeiten. Es gab für die mit mehreren Kästchen und Schubladen versehenen Anbauschrank mehrere Schlüssel, die jedoch alle gleich waren und überall passten. Hauptanreiz der Nachbarin war nicht nur das Naschen, sondern das Auffinden des Verstecks. Sie schnappte sich einen Schlüssel und öffnete gekonnt das Versteck. Die Mutter wusste jedoch, wer die Diebin war. Das konnte nur die neugierige Tochter sein und nicht der Bruder, der Süßes nicht mochte.

 

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