Textatelier
BLOG vom: 11.10.2016

O Weh Amerika! Das Debakel Trump vs. Clinton

Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schriftsteller, London


90 Minuten dauerte gestern der bizarre Schlagabtausch zwischen diesen 2 Kandidaten. Kurz und bündig gesagt, fehlt beiden die benötigte Voraussetzung zum USA-Präsidium. Sie schwafelten ohne Unterlass Gemeinplätze. Sie balgten um die persönliche Vormacht. Wahre Demokratie ist ihnen ein Fremdbegriff.
Wie eine Tarantel bezichtigte Trump seine Widersacherin durchs Band als Lügnerin und Klatschbase. Das Volk wurde wiederum zum Narren gehalten.

Beide Gegner versprachen das Blaue vom Himmel, wie sie die politischen und wirtschaftlichen Notwendigkeiten oberflächlich streiften. Ein Zankapfel bleibt die Immigration und die Islamophobie. Die Grenze zwischen Mexico und USA müsse besser überwacht werden – am besten verriegelt, laut Trump. Als Fürsprecherin der notleidenden zivilen Bevölkerung in Aleppo (Syrien), besonders Kinder und Mütter, gilt Clintons Anliegen. ”Aleppo is gone”, meinte Trump. Die Kurden sollten militärisch unterstützt werden, fügte er hinzu.
“We have a situation” ist sein Mantra , womit er alle Übel, die Amerika betreffen, abstempelt. Dieser Spruch ist längst abgedroschen.

Schliesslich gälte es, den verkalkten Senat (mit Vetorecht) zeitgemäss zu erneuern, sagte Clinton mit Nachdruck.

Dieses brutale und emotionell geladene Kreuzfeuer zwischen den Opponenten hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack. Die Medien werden dies als Nachspiel weltweit ausschlachten. Das Drama wird gewiss auch in der dritten und letzten Runde vor der Wahl aufleben.

 


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