Textatelier
BLOG vom: 18.02.2017

Aphorismen

Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schriftsteller, London


Der Lebenskünstler sammelt und geniesst nur gute Erinnerungen.

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Das sei ein Kinderspiel, sagt der Erwachsene und vergisst, dass er kein Kind mehr ist.

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Die Vergangenheit ist ein zäher Klebstoff. Man bleibt an ihm kleben.

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Kein Klöppel bringt eine Glocke mit Riss zum Klingen.

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Ausdauer und Geduld bedingen einander.

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Was er nicht verstand, war für ihn belanglos.

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Einbildung hat nichts mit Ausbildung zu tun.

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Wer vorankommen will, muss wissen, wohin er geht.

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Welche Stufe hast du im Alter erreicht? Halte dort inne.

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Trenne Mängel und Vorzüge voneinander – ordnungshalber.

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Skizzen sind Vorstudien und müssen vervollständigt werden, d.h. ihre Lücken müssen gefüllt werden.

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Beurteile nicht voreilig. Damit verhinderst du Trugschlüsse.

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In habe in England meine zweite Sprache gefunden.
Aber ich bleibe mit meiner Muttersprache am engsten verbunden.

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Ein Gesicht vom Weingeist gerötet.

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Im Leben muss viel gekaut und verdaut werden.

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In manchem Kopf gibt es ein Knopfloch, das sich nicht schliessen lässt.

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Im Hotel lässt sich vor der Türe ein Schildchen anbringen “Bitte nicht stören”.

“Ne pas déranger svp”.
Zuhause verschanze ich mich hinter der geschlossenen Türe, wenn ich nicht gestört werden will.
Dort hat nur Lily Zugang. Sonst bin ich immer zugänglich und aufgeschlossen.

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Gegenständlich Denken heisst veranschaulichen und ist auf Beobachtung und Reflexion angewiesen, als Gegenpol der Abstraktion.

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Auf Privilegien erpicht? Hand aufs Herz, wer sie nicht schätzt ...

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Äusserem Zwang entrinnt, wer sich selbst bezwingt.

 

 


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