Textatelier
BLOG vom: 05.12.2018

Wenn nur der Verstand unser Leben bestimmt

Autorin:  Ruth Merten, Neukirchen-Vluyn (Niederrhein)


Der Verstand sollte immer nur ein Werkzeug bleiben. Heute ist er der Herr, dem sich der Mensch freiwillig unterordnet. Wir nehmen nicht mehr wie früher innerlich wahr, sondern fast ausschliesslich über, den materiellen Beschränkungen unterworfene Vorderhirn.

Die Beschränkung unserer selbst ist der Fehler - wir sollen ja nicht auf den Verstand verzichten, sondern dürfen nicht unser Inneres, also uns selbst dabei vergessen und zurückdrängen lassen.

Klar braucht man Gedanken, um seine inneren Eindrücke und Empfindungen besser in Worte zu fassen und um sie jederzeit vergegenwärtigen zu können.

Aber nach getaner Arbeit sollte man dann das Werkzeug immer wieder weglegen - sonst ist eine seelische Aufnahme blockiert oder zumindest eingeschränkt. Wir haben uns heute daran gewöhnt, eingeschränkt zu sein und nur noch über das Gehirn aufnehmen zu wollen.

In der heutigen Zeit regiert mehr denn je der Kopf. Eine kalte verwöhnte Gesellschaft, die Herzensdinge kaum noch wahrnehmen - vielleicht noch in Filmen, alles andere ist ja das "richtige Leben" und da zählen doch nur nüchterne Dinge-Tatsachen.

Doch ist das eigene Empfinden, denn keine Tatsache? Das Empfinden ist mehr Tatsache und echter als alles andere. Wie will man in "richtigen Leben" handeln, wenn man den Weg nicht klar fühlt?

Oder Schwächen und Gefahren bei Menschen und Dingen und vor allem bei sich selbst erkennen, wenn man nicht ein Gespür dafür entwickelt hat.

Die Folgen sind ja deutlich zu sehen: Durch das gewohnheitsmässige Herum-Denken ist man gar nicht mehr in der Lage, einfach nur - ruhig und geöffnet zu sein. Man kann es nicht mehr, weil der Verstand unentwegt weiterarbeitet und seinen Tribut, seine Beschäftigung fordert!

Oder man leistet tagsüber vermeintlich so "wichtige und sinnvolle" Tätigkeiten, dass man abends sich nur noch berieseln lässt, heute fast ein Dauerzustand.

Sind wir uns so unwichtig geworden, der Mensch denkt er entwickelt Maschinen, obwohl er fast selber schon eine ist. Maschinen haben kein Herz und keine Seele, wie können wir Menschen, dieses, was uns ausmacht aufgeben.

 


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