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BLOG vom 03.12.2018


Rotes Basilikum – Küchenkraut mit Heilwirkung

Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D

 


Blüte des Basilikums (Foto: Elisabeth Faber)
 

Vor einigen Tagen sandte mir die Hobbyfotografin Elisabeth Faber von Freiburg, eine wunderschöne Aufnahme der Blüte vom roten Basilikum zu. An der Blüte naschte gerade ein Kohlweissling den Nektar (s. Foto). Sie hat die Pflanze auf ihrem Balkon wachsen lassen. In einem anderen Versuch stellte sie einen kleinen abgeschnittenen Zweig des roten Basilikums in eine Vase. Innert weniger Tag bildeten sich Wurzeln, später zeigten sich die Blätter und die Blüte (s. 2. Foto).

 


Basilikum im Glas (Foto: Elisabeth Faber)
 

Mir war das rotgefärbte einjährige Küchenkraut unbekannt, da in den Geschäften immer nur das gewöhnliche grüne Basilikum zum Verkauf kommt. Auch in diversen Gärten sah ich immer nur die grüne Variante.

Betrachten wir zunächst die grüne Variante. Darüber verfasste ich 1997 einen Artikel in „Natürlich“. Der damalige Chefredakteur Walter Hess hatte mich zu einer Serie über Gewürze animiert.

Das zu den Lippenblütern gehörende Basilikum (Ocimum basilicum) stammt wahrscheinlich aus Südasien oder Vorderindien. Die Griechen sollen das Kraut auf den Feldzügen Alexander des Grossen kennengelernt und in ihre Heimat gebracht haben. Von hier aus breitete sich die Pflanze bald über ganz Südeuropa aus. Erst im 12. Jahrhundert kam Basilikum über die Alpen. Sie brauchte jedoch sehr lange, bis sie bei uns heimisch wurde. Heute wird Basilikum überall angebaut.

Von diesem Gewürz gibt es zahlreiche Rassen oder Typen mit grünen oder purpurroten Blättern. Die Blätter können kraus oder glatt sein. Auch gibt es Sorten mit behaarten und unbehaarten Stängeln.

Basilikum, das „königliche Gewürz“
Nicht nur Liebhaber der italienischen Küche sind verrückt nach Basilikum. Auch „Nordlichter“ haben das Kraut schätzen gelernt. So würzen beispielsweise die Hamburger ihre Aalsuppe mit Basilikum. Vielfach wird Basilikum auch Hülsenfrüchten und Kohlgerichten zugefügt, um das anschliessende Rumoren im Darm abzumildern.
Können Sie sich einen Tomatensalat mit Mozzarella ohne Basilikum vorstellen? Oder eine Pasta ohne Basilikum? Die Kenner der südländischen Küche wohl nicht. Unvergleichlich der Geschmack von „Spaghetti al Pesto“. Eine solche Pesto hat nicht nur Basilikum zu bieten, sondern noch einige andere wichtige Ingredienzien. So besteht beispielsweise „Pesto alla genovese“ aus einer Mischung von Basilikum, Knoblauch, Pfeffer, Salz, Pinienkernen, Parmesan- oder Pecorino-Käse und Olivenöl.
Die Franzosen sind überzeugt, dass Basilikum auch ein vorzügliches Aphrodisiakum ist. Die Bezeichnung Basilikum geht auf das griechische Wort für „königlich“ zurück.

Rotes Basilikum mit den dunkelvioletten Blättern und den hellrosa Blüten wird genauso angebaut und verwendet wie beim grünen Basilikum. Er wird gerne für Reis- und Nudelgerichte verwendet. Die roten Blätter geben den Speisen einen schönen Anblick.

Über 100 Inhaltsstoffe
Bisher wurden über 100 verschiedene Inhaltsstoffe im Basilikum entdeckt. Der Gehalt an ätherischen Ölen schwankt je nach Standort beträchtlich. Er kann zwischen 0,04 und o,7 % betragen. Die wichtigsten Hauptkomponenten des ätherischen Öles sind Linalool, Methylchavicol, Eugenol, Monoterpene, Sesquiterpene und Phenylpropanoide. Des Weiteren finden wir in der Pflanze Gerbstoffe, Flavonoide, Kaffeesäure und Aesculosid.
Die Wirkstoffe im Basilikum wirken hustenlindernd, harntreibend, desinfizierend, verdauungsanregend, appetitfördernd.

Gegen Nervosität
Die alten Römer gebrauchten Basilikumzubereitungen als Fiebermittel, bei Ohrenentzündungen, Schlangenbissen und gegen den Stich des Skorpions. Celsus berichtet, Basilikum wirke harntreibend, abführend, erweichend und zerteilend.
In der Volksmedizin wurde Basilikum bei Appetitlosigkeit, Blähungen, Völlegefühl gebraucht. Auch die Verwendung als harntreibendes und den Milchfluss steigerndes Mittel war weit verbreitet. Auch halfen Zubereitungen bei Entzündungen des Rachenraumes und gegen nervöse Unruhe.
Die zerriebenen Blätter sind auch eine gute Hilfe bei Insektenstichen.

Aromatherapie: Basilikumöl (aus Blättern und Blüten gewonnen) löst Verkrampfungen, Energieblockaden, beruhigt die Nerven, hilft bei Stress, geistiger Erschöpfung, nervöse Schlafstörungen, Migräne, hebt die Stimmung, wirkt bei Appetitlosigkeit, Übelkeit, Brechreiz.

Achtung: Schwangere und Epileptiker sollen Basilikumöl nicht anwenden.

Für Geistesarbeiter, Blogschreiber und Bücherleser Sie 4 Tropfen Basilikumöl, 2 Tropfen Rosmarinöl und 3 Tropfen Grapefruitessenz in die Duftlampe. Der Duft erhält die Konzentration.
Energiebad: Wenn Sie nach einem anstrengenden Tag müde sind, baden Sie in Badewasser, das 5-10 Tropfen Basilikum- und Rosmarinöl enthält. Aufguss: Auch einen Aufguss von blühenden Basilikumspitzen können Sie ins Badewasser geben. Das Bad löst Ängste. Ähnlich gut wirksam ist ein Basilikum-Massageöl, dem man etwas Ysop-, Bergamotte- oder Geranienöl zusetzt.

Basilikum im Garten
Die Pflanzen kann man im Freiland, in Gewächshäusern oder auf der Fensterbank heranziehen. Die ährenartig angeordneten Blüten entfalten sich im Juni bis September.
Tipps von Esther Krummenacher: „Basilikum ist einjährig und muss jeden Frühling neu ausgesät oder gepflanzt werden. Sie Samen keimen bei 15 bis 25 °C innert 14 Tagen aus. Ewas herausgewachsen, werden sie in Büscheln von mehreren Pflänzchen in Töpfen oder Balkonkistchen pikiert. Ab Mitte Mai kommen sie ins Freiland. Für guten Wuchs und ein feines Aroma düngen Sie mit reifem Kompost und giessen sie reichlich (nicht über die Blätter).“

Internet
https://labio.de/kraeuter/basilikum-rot
(hier sind viele Anwendungen und Rezepte vorhanden)
www.allegrow.de
www.textatelier.com/index.php?id=3&link=516
(Heilkräuter einheimischer Gewürze)
www.amalthea.at

Literatur
Buhmann, Carine: „Basilikum – beliebtes aromatisches Küchenkraut“ (mit Rezepten), „Natürlich“, Nr. 11/1997.
Krummenacher, Esther: „Basilikum im Garten“, „Natürlich“ Nr. 11/1997.
Rawer, Claudia; Zehnder, Ingrid: „Kleine Outdoor-Apotheke“, Verlag A. Vogel, Teufen 2010.
Samel, Gerti; Krähmer, Barbara: „Düfte der Natur – Heilessenzen und Aromaöle“, Ludwig Verlag, München 1997.
Scholz, Heinz: „Basilikum, das königliche Gewürz“, „Natürlich“, Nr. 11/1997.
Vogel, Theo; Nussbaumer, Rita: „Die Duftfibel“ (Das ABC der ätherischen Öle), Midena Verlag. 1994.
Zizenbacher, Petra Orina: „Apotheke über dem Herd“ (Gesünder leben mit heimischen Kräutern und Gewürzen), Amalthea Verlag, Wien 2013. (hier sind auch viele Rezepte mit Gewürzen, darunter auch Rezepte mit Basilikum).

 


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