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BLOG vom 27.05.2018


Auf der Suche nach dem seltenen Sanikel

Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D

 


Sanikel
 

Eine Nachbarin berichtete mir, dass ihr Sohn schuppende Stellen am Bein hat. Der Sohn ist verzweifelt, weil ein Dermatologe sich die Ursache nicht erklären konnte. Der Facharzt war jedoch der Ansicht, dass der Patient keine Psoriasis (Schuppenflechte) hat. Als die besorgte Mutter in unserem 1. Heilpflanzenbuch „Arnika und Tausendguldenkraut“ das Kapitel über den Sanikel las, war sie ganz aus dem Häuschen. Sie wird nun, wie sie mir kundtat, unbedingt ihrem Sohn eine Sanikel-Zubereitung empfehlen.

Aber woher Sanikel nehmen? Im Kreis Lörrach ist der Sanikel rar geworden. Es erübrigt sich also, die Pflanze selbst zu sammeln. Einen Lichtblick gibt es: Der Handel bietet im Internet eine Sanikel-Salbe an. Die Adresse des Herstellers gab ich der Mutter bekannt (Hyma-Laya Biologische Heil- und Pflegmittel). Auch verriet ich ihr, wo ich den Sanikel vor 22 Jahren entdeckte und fotografierte. Vielleicht hat sie Glück, die Pflanze dort zu finden.

Mein Forscherdrang wurde geweckt. Zunächst versuchte ich von einigen Heilpflanzenexperten Standorte aus ihnen herauszulocken. Auch wollte ich wissen, wie selten die Pflanze ist.

Bruno Vonarburg von Teufen (Schweiz) schrieb mir: „In unseren Wäldern gibt es hier und dort Sanikel. Man kann die Samen auch im Garten ausstreuen, sie gedeihen sehr gut. Junge Setzlinge gibt es in der Schweiz bei der Wildstaudengärtnerei Höfli, 8537 Nussbaumen.“

Die Gärtnerei schrieb ich an, erhielt die folgende Meldung von Rahel Dunst: „Wir vermehren sie über Samen, die wir selber sammeln, doch hatten wir letztes Jahr (2017) keine Samen und daher auch keine Pflanzen.“

Auch Patricia Willi von der Wildstaudengärtnerei Eschenbach, Luzern, hatte keine Samen oder Setzlinge vorrätig.

Ursel Bühring, die Gründerin der Freiburger Heilpflanzenschule, sieht den Sanikel im Buchenwald  recht häufig. „Aber er ist halt klein und schlecht erkennbar. Ich mag das kleine Heilerlein.“

Dr.med. univ. Petra Zizenbacher von Wien: „Gott sei Dank gibt es in den Wäldern rund um Wien viel Sanikel.“

Apotheker Frank Hiepe und Co-Autor des Heilpflanzenbuches „Arnika und Frauenwohl“: „Sanikel habe ich sehr selten entdeckt. Das war auch der Grund, dass wir im 2. Heilpflanzenbuch ihn nicht mehr aufgenommen haben. Es hat lediglich in der Volksheilkunde noch eine gewisse Bedeutung.“

Marlene Müller von Ibach: „Hier in Ibach habe ich selten die Sanikelpflanze gesehen, das letzte Mal vor 3 Jahren. Im Garten habe ich sie nicht gepflanzt.“

Während unserer Natur-Erlebnis-Woche in Zislow am Rande der Mecklenburgischen Seenplatte erzählte ich schon vor einer Kräuterwanderung der Seminarleiterin, ob sie den Sanikel kenne und wo er wächst. Als wir anlässlich einer Kräuterwanderung in einer kleinen Gruppe in der Nähe eines Sees entlanggingen, rief sie mir plötzlich zu: „Heinz, hier ist Deine Lieblingspflanze.“ Ich erblickte einige Blüten des Sanikels. An 2 weiteren Stellen konnten wir noch einige Exemplare der Planze sehen. Ich fotografierte fleissig, wurde aber von den zahlreichen Stechmücken (Schnaken) gehindert. Mit der einen Hand musste ich um mich schlagen, mit der anderen den Fotoapparat bedienen. Leider wurden durch meine herumschlagenden Aktivitäten einige Fotos unscharf.

 


Sanikel
 

Am 24.05.2018 wanderte ich mit einem Wanderfreund das damalige Buchenwaldareal im Brombacher Wald noch einmal ab in der Hoffnung den Sanikel zu finden. Aber leider keine Spur von dieser Pflanze.
Am darauf folgenden Tag wanderte ich mit unserer Wandergruppe von Schopfheim-Fahrnau ausgehend über Schopfheim-Raitbach  zum Sattelhof und von dort über Kürnberg zurück zum Ausgangpunkt unserer Tour. In der Nähe einer „Rentnerruhebank entdeckte ich an einem schattigen Wegrand mehrere Sanikelpflanzen. Welch eine Freude. Allerdings waren die Blüten schon am Verwelken.

In einem weiteren Blog werde ich über die Heilkraft des Sanikels berichten.

Sanikel-Salbe
http://www.hyma-laya.de/Sanikel-Salbe

Literatur
Scholz, Heinz; Hiepe, Frank: „Arnika und Tausendguldenkraut“, Uehlin Druck, Schopfheim 1996.
Vonarburg, Bruno: „Natürlich gesund mit Heilpflanzen“, AT Verlag. Aarau 1993.

 


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