Textatelier
BLOG vom: 01.02.2017

Mandelblütenfest auf La Palma

Autor: Richard Gerd Bernardy, Dozent für Deutsch als Fremdsprache, Viersen/Deutschland


Mandeln gehören zu den Kanarischen Inseln, und Puntagorda auf La Palma, unser Urlaubsort, feiert in diesem Jahr Ende Januar/Anfang Februar schon zum 40. Mal das "Fiesta del Almendro", das Mandelblütenfest.

 


 

Der Mandelanbau hat eine lange Geschichte, schon kurz nach der Konquista (Ende des 15. Jahrhunderts eroberten die Spanier die Kanarischen Inseln, übrigens landeten sie auf La Palma in Tazacorte, über den Puerto berichtete ich im letzten Blog), wurden die ersten Mandelbäume von den neuen Siedlern eingeführt. Von dem grossen Artenreichtum sind noch 40 Arten übrig geblieben.

 


 

Das erste, dass ich kurz nach Ankunft in der Finca getan habe war, die Mandeln, die neben den Blüten noch am Baum hingen, zu pflücken und mit einem dicken Stein die Schale zu zertrümmern, um an den leckeren Kern zu geraten.

 


 

Die Frucht war nicht immer gut im Geschmack, manchmal erwischte ich auch eine Bittermandel. Sie kann gesundheitsschädlich sein.

"Wer seinen Baum nicht pflegt und die Triebe unter dem Veredelungspunkt nicht wegnimmt, erntet womöglich die original Bittermandeln."

 

Bäume mit Bittermandeln werden von den Erzeugern besonders gekennzeichnet, so dass sie sie bei der Ernte vermeiden können, schon eine bittere Mandel würde die weitere Verarbeitung in Mitleidenschaft ziehen.

Der Eigentümer der Finca wohnt in Bayern, ist nicht immer auf der Insel, und hat also nur wenig Zeit, um seine Bäume zu pflegen.

Die „Cooperativa Agrícola Virgen del Pino“ verwendet eine Mandelknackmaschine. Früher wurden die Mandeln noch einzeln von Frauen in mühseliger Handarbeit mit einem Hammer geknackt. Wie das vor sich ging, wurde u.a. auf dem Fest in einem Video gezeigt.

Geerntet werden Krachmandeln, süsse Mandeln, halbsüsse Mandel und andere. Übrigens werden auch die Mandelschalen verkauft. Man gebraucht sie zum Räuchern von Ziegenkäse, als Kompost oder Isoliermaterial für die Böden von Höhlen und anderswo.

Auf dem Fest werden zerkleinerte Mandeln von Frauen, gekleidet in den alten Trachten, an die Besucher verteilt. Überhaupt laufen viele Menschen in verschiedenen Trachten herum.

 


 

Sie gehören zu einer Kapelle und zu einer Volkstanzgruppe.

Und so werden den Zuschauern Tänze vorgeführt.
 

 


 
 


 

Die meist älteren Tänzer sind ganz bei der Sache,und haben meist ein Lächeln im Gesicht, wenn sie beim Flanieren von einem zum anderen tanzen.

Leider verstehe ich wenig von den Texten, höre aber ab und zu die 'Nennung des Städtchens Puntagorda aus den Liedern heraus.

Es ist ein eindrucksvolles Erlebnis und ich werde zukünftig immer dann, wenn ich Mandeln kaufe oder etwas esse, in dem sie verarbeitet worden sind, daran denken!

 

Quelle
http://de.la-palma.travel/mandeln-la-palma-almendras-puntagorda-cooperativa-cascadora-virgen-del-pino-prunus-dulcis/

 

Weitere Blogs vom Autor über La Palma

29.01.2017: Tazacorte mit Hafen und Strand im Westen der Insel La Palma
24.01.2017: Sprachunterricht auf La Palma/Kanarische Insel
21.01.2017: Die Phantasiegeschichte der Monster aus der "Schlucht der Ängste"
16.01.2017: La-Palma-Geschichten
13.01.2017: Die Caldera de Taburiente auf La Palma
09.01.2017: Lavasand, Felsen und das Meer auf den Kanaren

 


*
*    *

Hinweis auf weitere Blogs von Meier Pirmin
Hans Küng – Warum die katholische Kirche nicht zu „retten“ ist
Wie weit ist Astrologie eine Beratungswissenschaft?
Was uns Albrecht Goes, Kurt Marti und andere «Pfarrer»-Dichter zu sagen haben
Flavio Cotti – Sein Profil waren Bildung und Kultur
Adventsgedanken eines wohlmeinenden Kirchenkritikers
Föderalismus oder Wie werden in der Schweiz die Kinder gemacht?
Erwin Jaeckle – Aphorismen eines Publizisten u. Parlamentariers
Pierre Wenger – Ein wegweisender Geschichtslehrer
A propos tote Fische und Pandemie
Das Lokale ist das Genaue
Rückblick auf den Autor Siegfried Lenz
Kant – zu Lebzeiten umstritten und heute abermals
Ein „Achtzehnbittengebet“ als Hommage an Klaus von Flüe
Heilpflanzenkunde nach Paracelsus – eine Kostprobe
Für Prof. Lübbe war Schwarzenbach "Poujadist"