Textatelier
BLOG vom: 25.07.2016

Wenn ein Gebiss auf die Geburtstagstorte fliegt

Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D

 

In einer Ausgabe der „Upps“ Die Pannenshow“  bei SuperRTL sah ich einmal eine Geburtstagsfeier, die zu Ehren einer älteren Frau abgehalten wurde. Sie bekam auch den obligatorischen Geburtstagskuchen mit Kerzen. Die brennenden Kerzen sollten dann von der Dame ausgeblasen werden. Sie holte tief Luft und blies kräftig. Das war jedoch für ihr künstliches Gebiss zu viel. Es sauste aus ihrem Mündchen und flog auf die Verzierung der Torte. Der Jubel war dann grenzenlos.

Oder ein anderes Beispiel eines fliegenden Gebisses:
Meine Schwester Ursula und ihre „Mädels“ im Alter von 70 bis 85 Jahren, knabberten gerade an je einem Hähnchen zur Blasmusik und zum Bier. Die Unterhaltung zwischen den Frauen stoppte plötzlich. Meine Schwester schaute auf den Teller einer Betagten und erblickte das Oberkiefergebiss im Essen. Es war sehr peinlich. Aber meine Schwester konnte sich nicht zurückhalten und lachte los. Zum Glück fing die Kapelle gerade an, ein Musikstück zu spielen, so dass das Lachen unterging. Die Gebisslose fing sich, schnappte den Zahnersatz und stecke diesen flugs wieder in ihren Mund und mampfte weiter. Offensichtlich hatte die Frau ihr Kukident vergessen.

Meine Schwester erinnerte mich an eine Episode aus unserem Bekanntenkreis. Nach dem Tod seiner Frau verwendete der Witwer die Brille und das Gebiss der Verstorbenen. Kommentar meiner Schwester: „Passte nicht, aber egal, aus Geiz passt alles!“

Lustiges über Gebisse und Zahnärzte
Nach diesen Tatsachen einige Witze über Gebisse und Zahnärzte.

Ein Gastredner bemerkte kurz vor dem Vortrag sein fehlendes Gebiss. In seiner Verzweiflung kam Hilfe von einem Gast. „Warten Sie einen Augenblick, ich arbeite hier im selben Hause und ich kann ihr Problem lösen. Nach ein paar Minuten kommt der Mann mit einer Tasche voller Zahnprothesen zurück. Der Redner probiert und probiert und findet das passende Gebiss. Hocherfreut dankt er seinem „Retter“ und sagte: „Sie sind doch ein guter Zahnarzt, ich suche schon lange einen. Ich würde gerne gleich einen Termin machen.“ Darauf antwortete der Gebisslieferant: „Wieso Zahnarzt? Ich bin hier Bestatter.“

Sagt doch der Zahnarzt zum Patient: „Es wird jetzt etwas weh tun! Beissen Sie die Zähne zusammen und machen Sie den Mund auf.“

Fritzchen zum wartenden Kavalier: „Heute können Sie lange auf meine Schwester warten. Ich habe ihre Perücke und ihr Gebiss versteckt.“

Ein Mann beglich seine Zahnarztrechnung mit falschen Banknoten. Zur Rede gestellt, verteidigte er sich mit dem Hinweis, die ihm eingesetzten Zähne seien auch nicht echt.
Der Schwiegersohn des Zahnarztes weigerte sich, das ihm in Rechnung gestellte Gebiss seiner Frau zu bezahlen: „Ersatzteile kostenlos.“
Referenz für einen Zahnarzt: „Alle Zähne, die er mir einsetzte, sind zu meiner vollen Zufriedenheit ausgefallen.“
Zahnarzt zum Patienten: „Es tut jetzt ein wenig weh. Bitte den Mund weit aufmachen und die Zähne zusammenbeissen.“
Ein Zahnarzt beantragte Armenrecht: Er lebe von der Hand in den Mund.
Zahnarzt = Ein Mann, der seinen eigenen Zähnen Arbeit verschafft, indem er anderen die Zähne wegnimmt.
Weitere Geschichten sind in meinem Blog vom 09.02.2010 („Zahnbrecher im Mittelalter: Zähne und Hühneraugen entfernt“) nachzulesen.

Ein 90-Jähriger erzählte meiner Schwester die folgende Episode: Wenn der Biertrinker in einer Wirtschaft aufs Klo ging, legte er sein Gebiss in den Masskrug. Er wolle verhindern, dass ein Tischnachbar während der Abwesenheit Bier aus seinem Krug trinkt. Dieser Brauch war früher in Bayern üblich. Heute gibt es sicherlich andere Möglichkeiten, zumal ja nicht jeder ein Gebiss parat hat.


Internet
www.Witze-Fun.de
www.Witze.net

Literatur
Puntsch, Eberhard: „Witze, Fabeln, Anekdoten Handbuch“), mvg, München 1968.

 


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