Startseite 
Kontakt  °  Inhaltsübersicht  
Seite weiterempfehlen
     October 19, 2019 19:21 CET
 


Schlossportal
 Kundeneingang

 
 

Aus Gelb wird Rot: Johannisöl

Ich habe einen leuchtend gelb blühenden Johannisstrauch im Garten. Die Blütezeit beginnt jeweils Mitte Juni. Wie stellt man schon wieder das berühmte Johannisöl her?
Eva Hess, CH-5023 Biberstein

Antwort: Nichts einfacher als das! An einem trockenen Vormittag, wenn sich der Morgentau verflüchtigt hat, werden die goldenen Sternblüten des Johanniskrauts (Hypericum perforatum, St. John's Wort ) abgezupft. Meistens sind dann noch weitere Blütenknospen vorhanden, die dem schönen Strauch wenig später wieder zu seiner goldenen Farbe verhelfen.

Die trockenen Blüten werden sofort nach der Ernte in ein farbloses Glasgefäss gegeben und mit einem kaltgepressten Olivenöl oder ebensolchen Sonnenblumenöl gut überdeckt. Das lose zugedeckte Gefäss stellt man nun etwa 3 bis 4 Wochen an die Sonne – je nach Wetterlage. Täglich wird das Gefäss etwa zweimal durchgeschüttelt. Dabei kann man das Wunder der allmählichen Rotfärbung miterleben, weil nun das so genannte Hypericin aus den Blüten herausgelöst wird. Dann wird das Johannisöl möglichst vollständig abgepresst, in ein Fläschchen abgefüllt und im Dunkeln aufbewahrt. Ich selber ziehe dafür das Violettglas vor, weil es die Schwingungen auch dieses Heilmittels am besten bewahrt. Man kann das Rotöl so 2, im Idealfall vielleicht sogar 3 Jahre aufbewahren.

Das Johannisöl, auch Rotöl genannt, ist ein Ölauszug (Mazerat), ein altes Naturheilmittel, das vor allem äusserlich als Einreibemittel angewendet wird, zum Beispiel bei Hautverletzungen wie Stichwunden, Schnittwunden und Brandwunden (siehe „Was ist bei Sonnenallergie zu tun?“ ), aber auch bei Ekzemen und Flechten. Selbst bei Prellungen, Quetschungen, Rheuma, Gicht und Muskelschmerzen (bitte beachten Sie dazu auch den Ratgebertext „Schmerzen nach Leistenbruchoperation“ ) leistet es gute Dienste. Man sollte das Öl mehrmals täglich auftragen.

Die naturheilkundige Kathrin Rüegg hat gegen unreine Haut eine Johannisölmaske nach folgendem Rezept empfohlen: 1 kleiner Löffel Johannisöl, ½Eigelb, und je 1 kleinen Löffel Joghurt und Bienenhonig (eventuell im Warmwasserbad flüssig machen). Das alles wird vermischt und auf das mit Wasser gut gereinigte Gesicht aufgetragen. Nach 5 Minuten kommt ein 2. Anstrich darüber. Nach einer halben Stunde ist es Zeit für die Demaskierung: Die Maske wird abgewaschen. Anschliessend wird die Haut mit Johannisöl eingeölt.

Was ich als besonders wohltuend empfinde, ist der Prozess der Herstellung von der Blütenlese bis zum gebrauchsfertigen roten Öl. Bei der Anwendung verstärken die persönlich eingebrachten Schwingungen zweifellos die Wirksamkeit – was gibt es Edleres als ein selbst zubereitetes Heilmittel!

Schliesslich ist das Rotöl auch als Antidepressivum bekannt und besonders von Paracelsus und Hildegard von Bingen gelobt worden. Hier wird es innerlich angewendet; für diesen speziellen Fall würde ich ein einigermassen standardisiertes Naturprodukt in der Drogerie kaufen und mich über die genaue Dosierung erkundigen.

Das Gegenstück eines Naturheilmittels ist das synthetisch hergestellte Hypericin als isolierte Chemikalie, die wenig wirkungsvoll ist und manchmal bei Medikamenten, die nach Organtransplantationen gegeben werden, unerwünschte Nebenwirkungen hat. Denn da fehlen die vielen Begleitsubstanzen, die im Gold des Johanniskrautes ebenfalls noch enthalten sind und es zu einem subtil wirkenden tatsächlichen Heilmittel machen, zum Beispiel der weitere Johanniskraut-Wirkstoff Hyperforin, welcher das Bakterienwachstum hemmt.

Es ist ein schönes Hobby, seine eigene Hausapotheke aufzubauen, ein Bestandteil eines selbstbestimmten, eigenverantwortlichen Lebens, ideal für Menschen, die wissen wollen, was sie haben und sich nicht einfach etwas unterjubeln lassen.

wh.

*
* *

 
Nach oben  
Alle Blogs
Liste der bisher erschienenen Tagebuchblätter
Blogs nach Autoren
Blogs nach Autoren
Artikel nach Autoren
Wer was geschrieben hat
  Twitter
Wir sind auch auf Twitter, ebenso unsere Gedankensplitter
 
   
  © 2002-2017 Textatelier