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Planeten aus Stein und aus Gas – wie reimt sich das?

An der 33. Mond- und Planetenkonferenz der Nasa in Houston wurde laut einem Bericht der Zeitung "Die Welt" vom 26. März 2002 eine Aufsehen erregende Mitteilung gemacht: Ein weiterer grosser Felsenplanet soll vor einigen Jahrmilliarden zusammen mit Merkur, Venus, Erde und Mars um die Sonne gekreist sein. Er habe einige Verwüstungen angerichtet und sei dann in unser Tagesgestirn, die Sonne, abgestürzt. Dieser Bericht wurde von den Wissenschaftlern John Chambers und Jack Lissauer erstattet. Sie bezeichneten den geheimnisvollen Himmelskörper als den "fünften Planeten".

Im Bericht in der "Welt" wird erwähnt, der Begriff 5. Planet beruhe auf einer ungewöhnlichen Zählweise. Die 4 inneren Planeten – also Merkur, Venus, Erde, Mars – würden sich in einem Punkt entscheidend von den 5 äusseren, oben erwähnten Planeten unseres Sonnensystems unterscheiden: Es handelt sich bei ihnen um steinige Planeten aus fester Materie. Die äusseren Planeten ihrerseits bestehen dagegen aus Gas und Flüssigkeit. Ein Astronaut fände dort also keinen festen Grund, auf den er seinen Fuss setzen könnte. Somit kann es dort auch kein Leben in unserem Sinne geben.

Mit der Bezeichnung "5. Planet" wollten Chambers und Lissauer deutlich machen, dass der von ihnen angenommene Himmelskörper kein Gasplanet war, sondern ein steinerner Planet. Er umlief die Sonne nach ihrer Meinung nicht auf einer kreisrunden, sondern auf einer elliptischen, instabilen Bahn, die ihn bis in den Asteoriden-Gürtel hinaustrug. Das ist ein Band von kleinen bis zu riesigen, viele Kilometer grossen Gesteinsbrocken, die jenseits der Mars-Bahn um die Sonne ziehen.

Diese Brocken wurden dem Bericht zufolge vom "5. Planeten" auf ihren Bahnen gestört, verliessen sie zum Teil und schlugen unter anderem auf unserem Mond ein. Die meisten seiner zahlreichen, noch heute sichtbaren Einschlagkrater entstanden vor etwa 3,9 Milliarden Jahren und werden von Chambers und Lissauer jetzt auf die damaligen Umtriebe ihres "5. Planeten" zurückgeführt. "Der zusätzliche Planet lief auf einer elliptischen Bahn um die Sonne, die instabil war", erklärte Chambers. Dies habe schliesslich zum Absturz des "5. Planeten" in die Sonne geführt.

Die Suche nach dem so zusätzlichen Planeten kommt Schritt für Schritt voran. So wurde kürzlich ein inzwischen als "Varuna" bezeichneter Brocken mit einem Durchmesser von 900 km noch ausserhalb der Bahn des Neptun entdeckt. "Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Pluto nicht der einzige Planet jenseits der Neptun-Bahn sein könnte", meinten dazu die Astronomen Stephen Tegler und William Romanishin, "man kann sich jetzt vorstellen, dass dort noch weiter entfernte und grössere Himmelskörper als Pluto zu entdecken sind."

Mir scheint schon lange, dass das Grundwissen über unser Sonnensystem noch immer dürftig ist. Einerseits wird über einen 10. Planeten der Sonne spekuliert (ein Wandelstern in so grosser Entfernung, dass er mit den besten optischen Teleskopen nicht auszumachen ist), und anderseits scheint die Frage berechtigt zu sein, ob Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto überhaupt zu unserem Sonnensystem gezählt werden können, obschon das die Astronomen ohne weiteres tun, einfach, weil sie es so gelernt haben.

Gehören nun 4, 5, 9 oder 10 Planeten zu unserem Sonnensystem? Da reist man im All umher, sendet Satelliten in Serie ins Universum und – fast hätte ich gesagt – die Wissenschaftler können noch nicht einmal auf 10 zählen... Wie soll unter solchen Umständen der oft geforderte Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit zustande kommen? Experten widersprechen einander mit einem Fachausdrücken, deren Bedeutung nicht einmal in Insiderkreisen bekannt und geklärt ist. Mehr Wissenschaft bedeutet in der Regel mehr Widerspruch und nicht etwa mehr Vernunft. Und genau diese Vernunft hätten wir dringend nötig, wenn es darum geht, die Auswirkungen des wissenschaftlichen Voranschreitens abzuschätzen. Es gilt, Katastrophen zu verhindern, die durch eine ins Blaue hinaus operierende und rein auf Geschäftemachereien ausgerichtete Wissenschaft allenfalls inszeniert werden.

Ich freue mich deshalb, dass das Textatelier seine virtuellen Rubriken auch für eine Diskussion solcher Fragen öffnet. Vielleicht ist es mir mit meinen skeptischen Betrachtungen gelungen, einige fachkundige Leser zu motivieren, ihre Meinung zum Planetensystem darzulegen, den Erkenntnisprozess voranzutreiben und mir gar meine Fragen zu beantworten.

D.P., zurzeit MK43 0XP Bedford, UK

* * *

Das Astronomie-Einmaleins ist unhaltbar

In gekonnter Weise werden im oben stehenden Text die uns umgebenden Gestirne ganz einfach, lapidar und ohne jeden Firlefanz als aus Stein und Gas bestehend bezeichnet. Darin wird auch die Zugehörigkeit der Gas-Planeten Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto zu unserem Sonnensystem leise angezweifelt. Aber wo bleibt in dieser Aufzählung unsere Sonne? Aus welchem Material besteht denn sie? Doch auch aus Gas! Müsste sie in diesem Falle nicht konsequenterweise als der 6. Gas-Planet bezeichnet werden?

Das Basiswissen über das Sonnensystem ist von mir noch nie als ausreichend betrachtet worden. Hinzu kommt, dass viele Forschungsergebnisse oft mit dem kleingedruckten Vorbehalt verziert werden: "unserer Meinung nach". Sie sind also quasi ohne ein Ergebnis geblieben! Somit kann solchen Resultaten jedermann seine anderslautende Meinung entgegensetzen, weil ein solcher Vorbehalt ja jedes Ergebnis neutralisiert.

Meine persönliche Ansicht über unser Sonnensystem entspricht ohnehin nicht der gängigen Lehrmeinung. Ich habe meine hier auf der guten alten Erde gesammelten Kenntnisse aus der Biologie und der Statik einfach ins Weltall übertragen und komme zu anderen und einmaligen Denk-Ergebnissen. Man kann sie gut erklären, und sie können überdies von bestechend sauberen Fotos des Hubble-Teleskops jederzeit dokumentiert werden.

Das kleine Einmaleins der Astronomen ist die Kenntnis und die Wissenschaft über unser Sonnensystem. Dieses enthält aber meiner Überzeugung nach viele Fehler und geht von Erkenntnissen aus, die in der heutigen Zeit nicht mehr haltbar sind. Und das System gerät vollkommen aus allen Fugen, wenn ordnungsgemäss die Umlaufzeiten aller Himmelskörper zur Begutachtung herangezogen werden.

Von einem Umlauf kann bei Merkur, Venus, Erde und Mars gesprochen werden, weil diese hierfür etwa ein rundes Jahr benötigen. Ohne Bedenken sind sie sofort als echte Planeten unserer Sonne zu identifizieren. Ganz anders sieht es dagegen schon bei Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto aus: Bei diesen Himmelskörpern kann echt nur noch von einer Umkreisung gesprochen werden! Und diese dauert beim Jupiter etwa 12 Jahre und beim Saturn 29 Jahre. Der Uranus seinerseits kommt erst nach 84 Erdenjahren wieder. Der Neptun wird mit 164 Erdenjahren gehandelt, und der Pluto kann uns mit stolzen 248 (zweihundertachtundvierzig) Erdenjahren gleich ganz gestohlen bleiben!

Eine Tatsache sollte allerdings nicht vergessen werden: Alle genannten Himmelskörper sind seit langem von unseren Wissenschaftlern exakt vermessen worden, und jeder Astronom könnte auf Anfrage jederzeit die Himmelskoordinaten der genannten Gestirne aufsagen.

Allerdings: Die 5 genannten Gas-Planeten (Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto) aber sollten, jeder für sich, ab sofort als eine echte Sonne anerkannt und auch so behandelt werden! Es sind Sonnen im Kindesalter, die aus unbekannten Gründen am weiteren Wachstum gehindert wurden.

Die Erforschung des Jupiter mit seinen Monden ist derzeit voll im Gange! Auch der Saturn wird immer wieder gern angepeilt.

Welch unermessliche Freude aber würde die Astronomen und andere Wissenschaftler übermannen, wenn sie wüssten , dass sie nun die "Sonne Jupiter und die Sonne Saturn mit ihren mitgebrachten Planeten" vor sich hätten und nun diese auf dem Hintergrund einer neuen Erkenntnislage untersuchen dürfen!

Viele bisher nicht eindeutig zu beantwortende Fragen würden nun auf Anhieb gelöst werden! Es ist offensichtlich, dass die Sonnen ihre Planeten von Anfang an mitbringen. Wie gesprächig diese nun als "Sonnen im Kindesalter" erkannten Jupiter und Saturn noch werden können, zeigt sich, wenn ich "ihre Aussagen" zur Erkundung unserer Sonne beiziehe. Denn immerhin fehlen bei dieser Betrachtungsweise unserer Sonne zumindest 11 eigene, weitere Planeten!

Für mich stehen diese Tatsachen fest, und ich werde darüber gern diskutieren – im Hinblick auf eine weitere gemeinsame Erkundung des Weltalls!

walter-f-a-born@t-online.de

18. April 2002

PS: Eine fachlich hochstehende Diskussion ist an dieser Stelle auch zu diesem faszinierenden Thema sehr erwünscht. Wir bitten unsere Leser um ihre Stellungnahmen per E-Mail oder mit Hilfe des Ratgeber-Formulars.

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