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BLOG vom 27.11.2020
Ginkgo ist ein Symbol für ein langes Leben

Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim

 


Ginkgobaum im Herbst
 

Wer durch unsere Dörfer und Städte unterwegs ist, wird in Gärten und Parkanlagen im Herbst Bäume mit leuchtend gelben Blättern sehen. Es sind Ginkgo-Bäume, die zu den lebenden Fossilien zählen (sie gab es schon vor 300 Millionen Jahren) und als Symbol für ein langes Leben und für Stärke gelten.

Atombombenabwurf überlebt
Ginkgo-Bäume sind bekannt für ihre Widerstandsfähigkeit. So vertragen die zähen und robusten Bäume Autoabgase, Smog und Umweltgifte. Es grenzt an ein Wunder, dass ein Ginkgo-Baum den Atombombenabwurf am 6. August 1945 in Hiroshima überlebte. 1000 Meter vom Zentrum der Detonation entfernt stand ein Ginkgo-Baum vor einem Tempel. Der Tempel wurde zerstört, der Baum brannte lichterloh und war zusammengebrochen. Aus den Überresten sprossen im nächsten Frühjahr junge Triebe heraus. Der Baum steht im wieder aufgebauten Tempel.

Zum Jahrtausendwechsel erklärte das Kuratorium Baum des Jahres den Ginkgo biloba zum Mahnmal für Umweltschutz und Frieden und zum Baum des Jahrtausends.

 


Ginkgoblatt im Herbst
 

Begeistert schrieb Goethe ein Gedicht
Johann Wolfgang von Goethe schrieb als 66-Jähriger seiner späten Liebe Marianne von Willemer das folgende Gedicht über das zweigeteilte Blatt eines Ginkgo-Baumes. Es wurde später in seiner Sammlung „West-östlicher Diwan“ publiziert.

Ginkgo Biloba

Dieses Baumes Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Gibt geheimen Sinn zu kosten,
Wie's den Wissenden erbaut.

Ist es ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
Dass man sie als eines kennt?

Solche Fragen zu erwidern
Fand ich wohl den rechten Sinn.
Fühlst du nicht an meinen Liedern,
Dass ich eins und doppelt bin ?

Johann Wolfgang von Goethe 1815
(1749 - 1832)

Duft der Früchte nichts für Nasen
Der Baum hat einige botanische Besonderheiten aufzuweisen. Zu diesen gehört die Zweihäusigkeit, d. h. es gibt männliche und weibliche Bäume. Die mirabellartigen weiblichen Früchte riechen bei der Reifung penetrant nach Buttersäure. Aus diesem Grunde werden bei uns in Parkanlagen und Gärten nur männliche Bäume angepflanzt. Der Ginkgo hat fächerförmige Blätter, die in der Mitte einen tiefen Einschnitt aufweisen.

„Viagra“ fürs Gehirn
Die Blätter des Ginkgos werden pharmazeutisch genutzt. Sie enthalten u. a. Flavone, Ginkgolide, Polyphenole, Terpene. Die Wirkstoffe sind befähigt, die Durchblutung des Gehirns zu steigern. Besonders profitieren Menschen von einer Medikation, die unter Gedächtnislücken, Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit, Ohrensausen, Schwindel, also unter den häufigsten Symptomen einer altersbedingten Hirnleistungsstörung, leiden. „Ginkgo ist Viagra fürs Gehirn“, bemerkte die Apothekerin Boos-Baumgartner von Bad Säckingen anlässlich einer Kräuterexkursion.
Empfohlen werden Präparate aus der Apotheke, da diese eine optimale Konzentration und Qualität des Wirkstoffs garantieren.

Beispiele aus der Praxis
Als ein Mann die ersten Gedächtnisstörungen (er konnte sich oft keine Namen merken, war vergesslich, aber an Ereignissen aus der Vergangenheit konnte er sich erinnern) besorgte er sich ein Ginkgo-Präparat aus der Apotheke. Seine Frau durfte davon nichts wissen. Es trat eine Verbesserung der Gedächtnisleistung ein. Leider hatte er in den darauffolgenden Jahren mit Demenz zu tun. Auf jeden Fall hatte sich der Zustand zwischenzeitlich gebessert und die altersbedingten Störungen kamen später.
Ein knapp über 80 Jahre alter Bekannter, der ein Ginkgo-Präparat einnimmt, schrieb mir dies:
„Ich nehme schon seit längerer Zeit ein Ginkgopräparat ein und bilde mir ein, dass es mein nachlassendes Gedächtnis etwas stärkt.“
Studie: Eine Studie mit 300 Patienten mit leichten Störungen, ergab nach Gabe eines rezeptfreien Ginkgopräparates eine Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit und der Lebensqualität.

Schmuckhersteller werden inspiriert
Das geteilte Blatt hat auch Schmuckhersteller inspiriert – man findet silberne oder goldene Blätter zum Beispiel als Ohrring, Broschen oder Kettenanhänger. Im Handel gibt es sogar eine Pillendose mit Abbildung von 3 Ginkgo-Blättern auf dem Deckel. Das Motiv ist dem Gedicht von Goethe nachempfunden und mit seinem Schriftzug versehen.

Anhang: Tipps zum Gehirntraining
Empfohlen werden das Lösen von Rätsel- und Knobelaufgaben, die Aktivität im Internet, Geschicklichkeitsübungen (Jonglieren), das Führen von Gesprächen mit Verwandten und Freunden.

Dr. Petra Sommer empfiehlt in ihrem exzellenten Buch „Immunfit Forever“, man solle jede Gelegenheit nutzen, um die Gehirnzellen und die Immunsystemzellen zu trainieren: „Versuchen Sie sich an Namen zu erinnern – Behalten Sie Ihre Einkaufsliste im Kopf – Addieren Sie wieder im Kopf ohne Taschenrechner – Merken Sie sich Telefonnummern – Halten Sie kleine Reden – Schreiben Sie Geschichten und Gedichte – Spielen Sie Memory, Skat oder Doppelkopf.“

 

Literatur
Scholz, Heinz; Hiepe, Frank: „Arnika und Frauenwohl“, Ipa-Verlag,Mühlacker/Mühlhausen, 2. Auflage 2013.
Sommer, Petra; Uhlenbruck, G.: „Immunfit Foreser“ (Gesund und fit bis 100), Arsnova, Bad Sobernheim 2003. ISBN: 3-00-012795-X

 


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